Das Heeresmusikkorps begeisterte 500 Zuhörer

Benefiz-Konzert für die Hifsgruppe Eifel in Bad Münstereifel als verspätetes Geburtstagsgeschenk – Bürgermeisterin Preiser-Marian begeistert: „Ein tolles Konzert“ – Mit „El Toro Loco“ den verrückten Stier musikalisch durch die Arena gejagt – Wilhelm Tell, Waidmannsheil, Thee Race und am Schluss die Nationalhymne

Bad Münstereifel – Mit ihrem Urteil nach dem Benefiz-Konzert traf Bad  Münstereifels Bürgermeisterin Sabine Preiser-Marian sicherlich das Resümee der gut 500 Besucher: „Einfach Klasse. Es gab von Stück zu Stück eine Steigerung, wobei es die Dirigentin immer wieder geschafft hat, noch einen drauf zu setzen“, war Preiser-

War begeistert: Der Leiter des Mechernicher Bundeswehrdepot West, Oberstleutnant Lars Rauhut. Foto: Reiner Züll

Marian begeistert, nachdem das 60-köpfige Heeresmusikkorps Koblenz das gut zweistündige Konzert in der Heinz-Gerlach-Halle der Kurstadt mit der Nationalhymne beendet hatte. Und auch der Rumänienhilfe-Gründer Winfried Dederichs aus Roderath sprach von einem „hervorragenden und vielseitigen  Konzert mit einer tollen Dirigentin“. Das Konzert der Koblenzer Heeresmusiker war ein verspätetes

Der Leiter des Mechernicher Bundeswehrdepot West, Oberstleutnant Lars Rauhut (vorne rechts) und vorne links Bürgermeisterin Sabine Preiser-Marian. Foto: Reiner Züll

Geburtstagsgeschenk an die Hilfsgruppe Eifel, die im vergangenen Jahr ihr 25-jähriges Bestehen mit zahlreichen Veranstaltungen gefeiert hatte. Wegen der vielen Veranstaltungen hatte das Heeresmusikkorps ihr Konzert zugunsten der Hilfsgruppe auf dieses Jahr verschoben. Dafür dankte Hilfsgruppen-Vorsitzender Willi Greuel. Mit dem Konzert wolle man sich  auch bei der Eifeler Bevölkerung bedanken, die die Hilfsgruppe in den letzten 26 Jahren mit Spenden von fast sieben Millionen Euro unterstützt habe.

Das jetzige Konzert in Bad Münstereifel unter der Schirmherrschaft der Kurstadt-Bürgermeisterin Sabine Preiser-Marian, war das vierte, das die Militärmusiker aus Koblenz zugunsten der Hilfsgruppe veranstaltet hatten. Zweimal konzertierte das Ensemble in Mechernich für den guten Zweck, vor fünf Jahren gab das Musikkorps unter der Stabführung des Euskirchener Dirigenten Robert Kuckertz eine grandiose Vorstellung während der Festspiele auf der Burg Monschau.

Inzwischen hören die Heeresmusiker auf das Kommando einer Frau. Die  42-jährige Oberstleutnant Alexandra Schütz-Knospe leitet das Musikkorps seit Juni 2014.

Konzentriert am Dirigentenpult: Oberstleutnant Alexandra Schütz-Knospe. Foto: Reiner Züll

Die studierte Musikerin und Mutter von zwei Kindern steht seit 1998 in Diensten der Bundeswehr. In ihrer kurzen Begrüßung vor dem Konzert verteilte Kurstadt-Bürgermeisterin Preiser-Marian  Vorschuss-Lorbeeren an Schütz-Knospe: „Schon ihr Doppelname bürgt für Qualität“, ließ die Verwaltungschefin in Bezug auf ihren eigenen Doppelnamen scherzhaft verlauten.

Die Trompeter beim „Man in the Ice“, bei dem die Musiker den Eismann Ötzi musikalisch auferstehen ließen. Foto: Reiner Züll

Dirigentin Schütz-Knospe und ihre 60 Musiker enttäuschten das Publikum nicht. Das musikalische Repertoire des Orchesters war breit gefächert. Und weil dem Ensemble auch die Pflege der traditionellen Militärmusik ein besonderes Anliegen ist, brachten die Musiker zum Auftakt den Armee-Marsch „Die Schwarzen Jäger“ von Eduard Partsch zu Gehör. Es folgten die bekannte Overtüre aus Rossinis „Wilhelm Tell“ sowie ein Stück für vier Hörner von Carl Heinrich Hübner. Für Freunde des Flügelhorns war „Der Jäger aus Kurpfalz“ von Johann G. Rode ein wahrer Leckerbissen.

Vor der Pause ging es dann mit „Outback“ zu den Aborigines nach Australien. Diese Ureinwohner zählen zu den ältesten Völkern der Erde.

„Einfach Klasse“: Kurstadt-Bürgermeisterin Sabine Preiser-Marian (vorne) war am Ende begeistert vom Konzert. Foto: Reiner Züll

Die Geheimnisse dieses Volkes faszinierten den Komponist Thomas Doss, der das Werk „Outback“ schuf und den australischen Ureinwohnern widmete. Das Stück wurde von den Heeresmusikern mit großer Spielfreude umgesetzt.

„Waidmannsheil“ mit vier Fürst-Pless-Hörnern: Das Konzert war vielseitig und unterhaltsam. Foto: Reiner Züll

Mit dem „Waidmannsheil“ von August Reckling ging das Ensemble direkt nach der Pause musikalisch auf die Pirsch. Mit „Man in the ice“  entführten die Musiker das Publikum in die Ötztaler Alpen, wo der Gletscher im September 1991 die mumifizierte Leiche des Urzeitmenschen Ötzi freigegeben hatte. Otto M. Schwarz schrieb mit „man in the ice“ ein  Werk für symphonisches Blasorchester, um den „Mann im Eis“ musikalisch wieder auferstehen zu lassen.

Schließlich ging es mit flottem Bigband-Sound in die Stierkampf-Arena nach Spanien, wo das Orchester mit „“El Toro Loco“ von Ken Mc Coy die Urgewalt der wilden Kampfstiere unterhaltsam präsentierte und beim  Austoben des verrückten Stiers ein sehr differenziertes Stück meisterte,  das den Musikern einiges abforderte.

Das Publikum war begeistert und geizte nicht mit Beifall. Foto: Reiner Züll

Mit „At World’s End“ von Hans Zimmer bediente sich das Orchester der Filmmusik aus dem Fluch der Karibik. Von Robert Kuckertz aus Euskirchen, dem ehemaligen Dirigenten des Heeresmusikkorps,  bearbeitet ist das Stück „The Race“ von Boris Blank, mit dem die Musiker und Musikerinnen den offiziellen Konzertteil beendeten um sich den geforderten Zugaben zu widmen.

Am Ende eines tollen Konzertes gab es Blumen für Dirigentin Alexandra Schütz-Knospe. Foto: Reiner Züll

Zackig ging es dann  beim Radetzky-Marsch zu, bei dem das Publikum begeistert mit klatschte.  Nachdem das Ensemble mit der Nationalhymne einen furiosen Konzertabend beendete, gab es von einem dankbaren Publikum anhaltenden Applaus.

Wie Hilfsgruppen-Chef Willi Greuel berichtete, ist der Erlös des Konzertes für die Mitfinanzierung des neuen Elternhauses am der neuen Kinderkrebszentrum der Uni-Klinik Bonn auf dem Venusberg verwendet werde.   (Reiner Züll)