Dank an die treuen Polizeimusiker

Das NRW-Orchester gastierte zum neunten Mal zugunsten der Hilfsgruppe im Kursaal in Gemünd – Volles Haus und Landrat als Schirmherr sind Traditionen – Sängerin Sandra Blum trug das von Scott Lawton vertonte Gedicht „Markt und Straßen sind verlassen“ vor

Das Landespolizeiorchester NRW unter der Leitung von Dirigent Scott Lawton gastierte am zweiten Januar-Sonntag zum neunten Mal im Gemünder Kursaal zugunsten der Hilfsgruppe Eifel. Foto: Reiner Züll

Das Landespolizeiorchester NRW unter der Leitung von Dirigent Scott Lawton gastierte am zweiten Januar-Sonntag zum neunten Mal im Gemünder Kursaal zugunsten der Hilfsgruppe Eifel. Foto: Reiner Züll

***************************

Vor Beginn des Konzertes bedankte sich Willi Greuel beim Publikum für die große Unterstützung der Eifeler Bevölkerung. Foto. Reiner Züll

Vor Beginn des Konzertes bedankte sich Willi Greuel beim Publikum für die große Unterstützung der Eifeler Bevölkerung. Foto. Reiner Züll

Kall/Gemünd – Seit neun Jahren erfreut das Landespolizeiorchester NRW die Musikfreunde im Kreis Euskirchen zum Jahresanfang mit einem tollen Konzert zugunsten der Hilfsgruppe im Großen Kursaal in Gemünd. Als das Orchester 2011 dort erstmals Neujahrskonzert aufspielte, war das eigentlich als eine einmalige Aktion geplant gewesen.

Die Sängerin Sandra Blum aus Kall glänze auf der Bühne des Gemünder Kursaales. Foto: Reiner Züll

Die Sängerin Sandra Blum aus Kall glänze auf der Bühne des Gemünder Kursaales. Foto: Reiner Züll

Die Musiker und deren Dirigent Scott Lawton waren aber damals derart vom Kursaal und dem Eifel Publikum begeistert, dass sie sich für weitere Benefiz-Konzerte in Gemünd anboten. Inzwischen hat das Neujahrskonzert der Polizeimusiker in Gemünd Kultstatus erreicht und einen festen Platz im Terminkalender des Ensembles eingenommen. Für die Hilfsgruppe Eifel ist es zur liebgewonnenen Tradition geworden.

Paul Schneider (rechts) von der Hilfsgruppe Eifel bedankt sich bei Sängerin Sandra Blum für den tollen Vortrag des von Scott Lawton (links) vertonten Gedichtes „Markt und Straßen sind verlassen“. Foto: Reiner Züll

Traditionen sind auch der stets bis auf den letzten Platz ausverkaufte Saal sowie die Übernahme der Schirmherrschaft durch den Kreis Euskirchener Landrat Günter Rosenke. Das Konzert ist inzwischen auch ein Treffpunkt für ältere Eifeler geworden, die sich jedes Jahr nur bei dieser Veranstaltung begegnen.

Seit Tagen restlos ausverkauft war auch das nunmehr neunte Konzert am zweiten Januar-Sonntag. „Wir konnten leider nicht alle Kartenwünsche erfüllen“, bedauerte Hilfsgruppen-Vorsitzender Willi Greuel, als an der Abendkasse keine Tickets mehr ausgegeben werden konnten.

Vor Konzertbeginn bedankte sich Willi Greuel beim Publikum für die große Unterstützung durch die Eifeler Bevölkerung. Bestes Beispiel sei die Typisierungsaktion kurz vor Weihnachten für den an Leukämie erkrankten Familienvater Max gewesen. Die Aktion habe die Hilfsgruppe 55.000 Euro gekostet. Dank der Hilfe der Eifeler Bevölkerung sei dieses Geld bereits zusammen. „Alles ist bezahlt“, so Willi Greuel. Auch Landrat Günter Rosenke stellte seine kurze Begrüßungsrede unter das Thema „Dankbarkeit“.

Landrat Günter Rosenke ist seit neun Jahren Schirmherr der Neujahrskonzerte mit dem Landespolizeiorchester. Er dankte Willi Greuel für die tolle Arbeit der Hilfsgruppe. Foto: Reiner Züll

Landrat Günter Rosenke ist seit neun Jahren Schirmherr der Neujahrskonzerte des Polizeiorchesters. Er dankte Willi Greuel für die tolle Arbeit der Hilfsgruppe. Foto: Reiner Züll

Eröffnet wurde das Konzert von der Feuerwerksmusik von Georg Friedrich Händel. Es folgten „An der schönen blauen Donau“ von Johann Strauss und die Griechische Overtüre von Manos Hadjidakis. Bigband-Qualität bewiesen die Musiker beim Liebesthema „Scheherazade“ von Rimsky-Korsakov.

Bevor es mit dem Blasmusik-Klassiker „First Suite for Band“ von Gustav Holst in die Pause ging, erlebte das Publikum eine große Überraschung. Dirigent Scott Lawton trug an das weihnachtliche Gedicht „Markt und Straßen sind verlassen“ vor und verriet, dass er dazu eine Melodie geschrieben habe. Viele der meist älteren Konzertbesucher erinnerten sich an ihre Schulzeit, als sie das vorweihnachtliche Gedicht auswendig lernen mussten.

Blumen für den Dirigenten überreichte Claudia Esch von der Hilfsgruppe Eifel an Scott Lawton. Foto. Reiner Züll

Hatten sich Konzertbesucher bis dahin Gedanken über die Frau gemacht, die im langen schwarzen Kleid im Publikum saß, so löste Scott Lawton auch dieses Rätsel, als er die Dame in Schwarz auf die Bühne bat, um das vertonte Gedicht als Lied vorzutragen. Es war die Sängerin Sandra Blum aus Kall, die zwar das Gedicht kannte, eine Gelegen zur Probe jedoch nicht hatte. Sie habe zwei Stunden vor dem Konzert mal kurz mit Lawton geprobt, berichtete sie später.

Der Vortrag des Liedes mit Orchesterbegleitung klappte wie am Schnürchen und Sandra Blums Gesang wurde vom begeisterten Publikum mit anhaltendem mit Beifall quittiert. Im nächsten Jahr so Lawton, werde man den Vortrag wiederholen. Damit das Publikum dann mitsingen könne, werde er bis dahin den Text ausdrucken lassen.

Die zweite Hälfte des Konzertes bestritt das Orchester mit der Fest-Ouvertüre von Hugo Alfvén der Lincolnshire Posey von Percy Graiger, der Musik The Circle of Live von Elton John und von Johan de Meij arrangierten Klezmer Klassikern.

Traditionell wie seit nunmehr neun Jahren beendete der Radetzky-Marsch, bei dem das Publikum begeistert mit klatschte, ein furioses Konzert der Polizeimusiker, für die es keine Frage ist, dass sie im nächsten Jahr zum zehnten Mal und somit zum Jubiläumskonzert nach Gemünd kommen.    (Reiner Züll)