Die Überstunden an die Hilfsgruppe gespendet

Jochen Kupp, Leiter des BZE in Euenheim, hatte die Idee zu einer ungewöhnlichen Spende – Mitarbeiter verzichteten auf finanziellen Ausgleich von 74 Arbeitsstunden – Akteure des Ü-50-Orchesters (Bild oben) übergaben den Konzerterlös von 4335 Euro – Der türkische Tanzverein „Dostluk Baris“ plant ein großes Benefiz-Festival

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Dominik Züll (2.v.r.) und Jessica Baum (2.v.l.) vom BZE in Euenheim übergaben den Spendenscheck über 2000 Euro an Birgit Weber (links) und Osman Gelisgen (rechts) von der Hilfsgruppe Eifel. Foto. Reiner Züll

Dominik Züll (2.v.r.) und Jessica Baum (2.v.l.) vom BZE in Euenheim übergaben den Spendenscheck über 2000 Euro an Birgit Weber (links) und Osman Gelisgen (rechts) von der Hilfsgruppe Eifel. Foto. Reiner Züll

Kall/Euenheim/Roggendorf – Da waren die Mitglieder der Hilfsgruppe beim monatlichen Stammtisch im Restaurant Zagreb ganz schön baff. Und auch der  Vorsitzende Willi Greuel kam zu der Feststellung, dass er in den 26 Jahren des Bestehens der Hilfsgruppe eine Spende solcher Art noch nicht erlebt habe. „Dass Beschäftigte ihre Überstunden für die Hilfsgruppe opfern, haben wir bisher noch nicht erlebt“, freute sich Greuel über den Scheck über 2000 Euro, den Dominik Züll und Jessica Baum vom Berufsbildungszentrum (BZE) Euenheim überreichten.

Mit dem Geld, so Dominik Züll, wolle das BZE die Finanzierung der Typisierungsaktion für den an Leukämie erkrankten Max aus Bad Münstereifel unterstützen. Das gespendete Geld seien Erlöse des Weihnachtsbasares sowie Einnahmen der BZE-Kantine gewesen. Beim Neujahrsempfang habe BZE-Leiter Jochen Kupp zudem den Mitarbeitern vorgeschlagen, einen Teil ihrer Überstunden für die Hilfsgruppe zu spenden. Viele seien dem Aufruf von Kupp gefolgt, so dass insgesamt 74 Überstunden in Gelspenden hätten umgewandelt werden können.

Andrea Regener und Lisa Michalski überbrachten die 641-Euro-Spende des Bürgervereins Scheuren, die Jörg Dahl (links) und Marcel Klein für die Hilfsgruppe enntgegennahmen. Foto. Reiner Züll

Andrea Regener und Lisa Michalski überbrachten die 641-Euro-Spende des Bürgervereins Scheuren, die Jörg Dahl (links) und Marcel Klein für die Hilfsgruppe enntgegennahmen. Foto. Reiner Züll

Insgesamt kamen bei den Aktionen 2800 Euro zusammen. 800 Euro, so Züll, habe man der Familie direkt zukommen lassen, so dass noch 2000 Euro an die Hilfsgruppe habe spenden können Willi Greuel berichtete, das die bisherigen Typisierungsaktionen der Hilfsgruppe 24.009 Menschen in die weltweite Knochenmark-Spenderdatei gebracht hätten, von denen 340 Stammzellen für Leukämiekranke in 34 Ländern gespendet hätten. Bei Max, der inzwischen transplantiert ist, ständen die Chancen einer Heilung recht gut, weil dessen Spender zu 100 Prozent passe. Greuel: „Wir hoffen, dass er es schafft“.

Auch Walter Schäfer zweiter Vorsitzender des Ü-50-Blasorchesters, das im Dezember in Hellenthal unter Mitwirkung des Gospelchores „Aufwind Revival“ ein großes Weihnachtskonzert für die Hilfsgruppe  gegeben hatte, hatte eine dicke Spende zum Stammtisch mitgebracht. Mit Ü-50-Geschäftsführer Achim Gragert und Claudia Schmitz vom Gospelchor überbrachte Schäfer den Konzerterlös von 4335,85 Euro. Es sei ein „wunderschönes Konzert“ in der ausverkauften Grenzlandhalle gewesen, bedankte sich Willi Greuel bei den Musikern.

Eine originelle Spende von 641 Euro überbrachten Andrea Regener und Lisa Michalski aus Schleiden-Scheuren. Dort hatte der Bürgerverein im Advent erstmals eine Aktion „Weihnachtsfenster“ veranstaltet. Zwölf Familien hatten ihre Fenster besonders weihnachtlich geschmückt. Zwischen dem 2. und 21. Dezember konnten diese Fenster abends bei der „Scheurener Adventsfenster-Tour“ von den Mitbürgern bestaunt oder „bestronzt“ werden. Heiligabend fanden dann in der festlich geschmückten Scheune der Familie Sauer ein Krippenspiel und eine weihnachtliche Andacht statt. Es wurde beschlossen, den Erlös der Aktionen an die Hilfsgruppe zu spenden.

Das neunte Neujahrskonzert des Landespolizeiorchesters NTW mit der Sängerin Sandra Blum aus Kall brachte der Hilfsgruppe einen Erlös von 4759 Euro ein.  Foto: Reiner Züll

Das neunte Neujahrskonzert des Landespolizeiorchesters NTW mit der Sängerin Sandra Blum aus Kall brachte der Hilfsgruppe einen Erlös von 4759 Euro ein. Foto: Reiner Züll

Wie Willi Greuel berichtete, sei auch das neunte Neujahrskonzert des Landespolizeiorchesters NRW ein großer Erfolg gewesen. Es habe der Hilfsgruppe einen Erlös von 4759 Euro beschert. Die Katholische Pfarrgemeinde Blankenheim habe den Erlös des Weihnachtsbasares in Höhe von 2500 Euro gespendet. Für die Veranstaltung der zweiten Eifeler Oldienacht habe die KSK Euskirchen knapp 1400 Euro gegeben. Bei einem Skatturnier des Vereins „Skatreisen Schäfer“ auf der Sommerrodelbahn in Kommern zugunsten der Hilfsgruppe sei ein Spenden-Erlös von 2056 Euro erzielt worden.

Die Katholische Frauengemeinschaft Pesch und der Schulverein Kuchenheim hatten der Hilfsgruppe jeweils 1000 Euro gespendet, der  Hellenthaler Seniorenpark Carpe Dieme übergab 800 Euro.  Je 500 Euro überwiesen die Bad Münstereifeler Firma Metzsch Elektrobau und die Amazon Koblenz GmbH; 372 Euro spendete die Flamersheimer CF Campus GmbH. 200 Euro bekam die Hilfsgruppe von der Immobilienfirma Rockenfeld in Bad Münstereifel, die diesen Betrag für jedes verkaufte Haus an die Kaller Kinderkrebshilfe spendet.

Die Summe der Spenden im Januar bezifferte Willi Greuel auf 34.839 Euro. Im gleichen Zeitraum seien Ausgaben von rund 64.700 Euro verbucht worden, so dass man an die Rücklagen greifen musste. Das sei im Januar nicht ungewöhnlich, weil dann die Kosten für die erste Staffel der Sonarium-Therapie (Ersatz für Delphin-Therapie) fällig seien und auch die drei Patenschulen der Hilfsgruppe ihre Finanzhilfen bekämen. Die Hilfsgruppe ist Pate der Kaller St. Nikolausschule, der Schleidener Astrid-Lindgren-Schule und der Hans Verbeek-Schule in Euskirchen. Wolfgang Schmitz, Leiter der Astrid-Lindgren-Schule, war beim Stammtisch in Roggendorf anwesend und bedankte sich für die großzügige Unterstützung. Er berichtete wie die Schule das Geld der Hilfsgruppe verwendet und welche Projekte noch geplant sind.

Willi Greuel informierte über den Stand der Vorbereitungen für die zweite Eifeler Oldienacht, für die am 9. März der Kartenverkauf beginnt. Es seien wieder Top-Bands am Start, so dass mit vielen Besuchern gerechnet werde. Den Fans stehe ein kostenloser Bus-Shuttledienst zur Verfügung. Zunächst aber gastiere am 31. März die Rheinische Bläserphilharmonie mit 65 ausgewählten Musikern zum dritten Mal zugunsten der Hilfsgruppe im Gemünder Kursaal. Für dieses Benefiz-Konzert beginne der Kartenverkauf am 2. März.

Der türkische Tanzverein "Dostluk Baris" aus Euskirchen veranstaltet am 28. April im Stadttheater der Kreisstadt ein großes Tanz-Festival zugunsten der Hilfsgruppe Eifel. Die Gruppe war 2011 Europameister und dreimal Deutscher Meister. Foto: Stephanie Wunderl

Der türkische Tanzverein „Dostluk Baris“ aus Euskirchen veranstaltet am 28. April im Stadttheater der Kreisstadt ein großes Tanz-Festival zugunsten der Hilfsgruppe Eifel. Die Gruppe war 2011 Europameister und dreimal Deutscher Meister. Foto: Stephanie Wunderl

Gäste beim Monatsstammtisch war eine Delegation des türkischen Tanzvereins „Dostluk Baris“ aus Euskirchen, der bereits bei der Gewerbeschau im Jahr 2015 auf dem Gelände der Bauzentrale Schumacher für die Hilfsgruppe getanzt hat. Der Verein, bei dem 50 Kinder und Jugendliche in  drei Altersgruppen tanzen, war 2011 Europameister. Dreimal errang die Gruppe den Titel des Deutschen Meisters.

Wie der Vorsitzende Osman Yildiz berichtete, plant der im Jahr 2003 gegründete Verein eine große Veranstaltung mit befreundeten Tanzvereinen, die am 28. April im Euskirchener Stadttheater zugunsten der Hilfsgruppe Eifel stattfinden solle. Schon bei der Gründung des Vereins habe man eine derartige Veranstaltung für einen guten Zweck geplant, doch damals habe man zu wenige Leute gehabt. Jetzt, 16 Jahre später, wolle „Dostluk Baris“ das Benefiz-Vorhaben in die Tat umsetzen. Die Veranstaltung, über die die Hilfsgruppe die Schirmherrschaft übernehmen solle und zu der 800 Besucher erwartet werden, stehe unter dem Motto „Tanzen für ein Lächeln“. Der Erlös solle dann je zur Hälfte für die Hilfsgruppe Eifel und für krebskranke Kinder in der Türkei gespendet werden. Seitens der Hilfsgruppe wurde die Unterstützung zugesagt.   (Reiner Züll)