Erneut ein ausverkauftes Haus

Das zehnte Neujahrskonzert des Landes-Polizeiorchesters NRW (Bild oben) zugunsten der Hilfsgruppe Eifel in Gemünd lockte über 500 Besucher an – Beim Florentiner Marsch klatschte das Publikum begeistert mit –  Dirigent Scott Lawton darf nun keine  Blumen mehr annehmen – Schirmherr Günter Rosenke war plötzlich erkrankt  

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Das Landespolizeiorchester NRW konzertierte im Gemünder Kursaal zum zehnten Mal für die Hilfsgruppe Eifel. Foto: Reiner Züll

Das Landespolizeiorchester NRW konzertierte im Gemünder Kursaal zum zehnten Mal für die Hilfsgruppe Eifel. Foto: Reiner Züll

Gemünd – Zum zehnten Mal bot sich dem Dirigenten des NRW-Landespolizeiorchesters, Scott Lawton, im Gemünder Kurhaus das gleiche Bild. Mit über 500 Besuchern waren sowohl der Saal als auch die Empore fast bis auf den letzten Platz besetzt, als das Ensemble aus Wuppertal am zweiten Januar Sonntag zum zehnten Gemünder Neujahrskonzert aufspielte. Seit 2011 erfreut sich das anspruchsvolle Konzert der Polizeimusiker bei der Eifeler Bevölkerung großer Beliebtheit. Sehr beliebt ist die Veranstaltung auch bei pensionierten Eifeler Polizeibeamten, die sich anlässlich des Konzertes wenigsten einmal im Jahr treffen.

Über 500 begeisterte Besucher erlebten im Gemünder Kursaal das zehnte Neujahrskonzert des NRW-Landespolizeiorchester.  Foto: Reiner Züll

Über 500 begeisterte Besucher erlebten im Gemünder Kursaal das zehnte Neujahrskonzert des NRW-Landespolizeiorchester. Foto: Reiner Züll

Annähernd 40.000 Euro sind durch die bisherigen Benefizkonzerte für die Hilfsgruppe zusammen gekommen. Dafür bedankte sich Hilfsgruppen-Vorsitzender Willi Greuel sowohl bei den Polizeimusikern als auch bei den Besuchern. Das Geld, das durch das Konzert für die Hilfsgruppe zusammenkomme, werde für die Finanzierung der Inneneinrichtung eines neuen Familienhauses am Eltern-Kind-Zentrum der Bonner Uni-Klinik verwendet. Im Februar werde man zusammen mit der Firma Brucker an die Einrichtung von 42 Zimmern herangehen, in denen Eltern  und Geschwister während der Behandlung krebskranker Kinder wohnen können.

Wohin mit den Blumen, wenn der Dirgent keinen Strauß mehr annehmen darf? Das stattliche Gebinde lag längere Zeit im Foyer auf dem Zigarettenautomat. Foto: Reiner Züll

Landrat Günter Rosenke, der zum zehnten Mal die Schirmherrschaft über das Neujahrskonzert übernommen hatte, konnte leider nicht teilnehmen, weil am Mittag plötzlich erkrankt war. Die Nachricht erreichte die Hilfsgruppe während des Konzertes. „Und das ausgerechnet beim letzten Konzert in amtlicher Funktion als Schirmherr; das tut mir wirklich leid“, schrieb Rosenke in einer kurzen Grußnachricht.

Mit der Wassermusik „Alla Hornpipe“ von Georg Friedrich Händel eröffnete das rund 40-köpfige Ensemble das Konzert, in dessen Verlauf Dirigent Scott Lawton in traditionell lockerer Weise auch die Moderation übernahm. Es folgten die Overtüre „Boccaccio“ von Franz von Suppé und Edward Elgars „Chanson de Nuit“. Von Scott Lawton selbst geschaffen ist das Werk „Septenary Jubilee Ragtime“, dem vor der Pause „Peer Gynt Suite“ (Edvard Grieg) und „In einem fernen Land“ (John Williams) folgten.

Am Ende des Konzertes zollten die Besucher den Musikern stehenden Applaus für ein furioses Konzert.  Foto: Reiner Züll

Am Ende des Konzertes zollten die Besucher den Musikern stehenden Applaus für ein furioses Konzert. Foto: Reiner Züll

Die zweite Hälfte eröffnete das Ensemble mit der Overtüre „Candide“ von Leonard Bernstein. „Und jetzt kommt etwas aus Köln“ kündigte Lawton das Stück „Barcarolle“ von Jaques Offenbach an. Der Ansage „und jetzt etwas ganz schnelles“ folgte der bekannte „Hummelflug“ von Nikolai Rimsky-Korsakoff. Als Solistin auf der Querflöte erntete Camilla Castelucci dabei tosenden Beifall des Publikums.   

Es folgten Thelonious Monks „Round Midnight“, das „Scherzo“ aus der vierten Symphonie von Anton Bruckner und der Florentiner Marsch von Julius Fucik. Bei diesem Marsch klatschte das Publikum kräftig mit. Der Fliegermarsch von Hermann Dostal beendete den offiziellen Teil des Konzertprogramms.

Für die Hilfsgruppe Eifel bedankt sich Paul Schneider bei den Polizeimusikern. Foto: Reiner Züll

Für die Hilfsgruppe Eifel bedankt sich Paul Schneider bei den Polizeimusikern. Foto: Reiner Züll

Hatte Dirigent Scott Lawton bei den vorherigen neun Konzerten in Gemünd als Dank der Hilfsgruppe einen Blumenstrauß übereicht bekommen, so fiel diese freundliche Geste nach dem zehnten Konzert aus, obwohl die Hilfsgruppe einen großen Strauß geordert hatte. „Er darf den Blumenstrauß leider nicht mehr annehmen weil er Beamter ist“, klärte Paul Schneider von der Hilfsgruppe das Publikum in seiner Dankansprache an das Ensemble auf.

Lawton wollte aber Hilfsgruppen-Mitglied Claudia Esch nicht mit dem stattlichen Blumengebinde auf der Bühne stehen lassen. Er schnappte sich den Strauß und gab ihn direkt an die zweite Flötistin weiter. Tatsächlich hat der engagierte Dirigent in der Vergangenheit Schwierigkeiten bekommen, weil er Blumensträuße entgegen genommen hat.

Auch bei der obligatorischen Zugabe der Polizeimusiker erlebte das Publikum eine Neuerung. Verabschiedete sich das Ensemble in all den vergangenen Jahren mit den Radetzkymarsch, so bedienten sie sich diesmal mit dem Stück „Aber bitte mit Sahne“ der Musik des verstorbenen Sängers Udo Jürgens.  (Reiner Züll)