Nistkästen gegen den Budenkoller

Corona-Pandemie – Fünf Tischlerinnungen starteten in der Region eine konzertierte Aktion – 3300 Behausungen für Gartenvögel zugeschnitten und als Bausätze an Familien mit Kindern abgegeben – Erlöse für gute Zwecke gespendet – 4847 Euro für die Hilfsgruppe Eifel

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Kreis Euskirchen/Kall – Wochenlanger Schulausfall infolge der Corona-Pandemie, der damit verbundene eingeschränkte Kontakt zu Freunden sowie fehlende Freizeitaktivitäten belasteten auch in der hiesigen Region viele Familien über Monate hinweg. Um einem drohenden Lagerkoller bei Kindern und Eltern entgegen zu wirken, hatten die Tischlerinnungen Aachen, Heinsberg, Mönchengladbach/Rheydt, Düren-Jülich, und Euskirchen im Frühjahr die konzertierte Nistkasten-Aktion „Der frühe Vogel“ gestartet, die der Kaller Hilfsgruppe Eifel jetzt eine Spendensumme von 4847 Euro einbrachte.

Die Nistkästen aus der Aktion „Der frühe Vogel“ bestehen aus acht Einzelteilen, sind leicht zusammenzubauen und an Bäumen zu befestigen . Repro: Reiner Züll

Die Nistkästen aus der Aktion „Der frühe Vogel“ bestehen aus acht Einzelteilen, sind leicht zusammenzubauen und an Bäumen zu befestigen . Repro: Reiner Züll

Die Spendensumme wurde kürzlich vom Obermeister der Tischlerinnung Euskirchen, Richard Schaefer, seinem Stellvertreter Norbert Züll aus Floisdorf, dem Obermeister der Innung Düren-Jülich, Hermann Josef Schwieren, und dem Tischlermeister Georg Klinkenberg aus Inden übergeben. Die Spende von annähernd 5000 Euro sein „jede Menge Holz“ bedankte sich Willi Greuel für die gemeinsame Aktion in trüben Corona-Zeiten.

Wie die Obermeister Hermann Josef Schwieren und Richard Schaefer berichteten, waren Familien mit Kindern im Frühjahr dazu aufgerufen worden, in einer „Do-it-Yourself“-Aktion Nistkästen für Vögel zu bauen, die in beteiligten Tischlereien vorgearbeitet worden waren. Den Ursprung hatte die Aktion im Kreis Heinsberg, der durch die starke Verbreitung des Corona-Virus nach einer Karnevalsveranstaltung in Gangelt und der damit verbundenen Abschottung schon früh von den Auswirkungen der Pandemie betroffen war.

Die Baupläne für die in den Tischlereien vorgefertigten Nistkästen wurden jedem Bausatz beigefügt. Foto: Reiner Züll

Die Baupläne für die in den Tischlereien vorgefertigten Nistkästen wurden jedem Bausatz beigefügt. Foto: Reiner Züll

Die Obermeister der fünf Innungen hatten nach Ausbruch der Pandemie gemeinsam beraten, wie man den Familien mit Kindern während Kurzarbeit und schulfreie Zeit eine sinnvolle Beschäftigung für zuhause bieten könne. Schnell war man sich einig gewesen, mit dem Bauen von Nistkästen die Familien beschäftigen zu können und gleichzeitig etwas für Natur und Vogelschutz in der Region zu tun.

Im Rahmen der Aktion „Der frühe Vogel“ stellten die Tischlerinnungen in den fünf Bezirken die Materialien und Baupläne für Nistkästen gegen Spenden für einen sozialen Zweck zur Verfügung. Die aus acht Holzteilen bestehenden Nistkästen für Höhlenbrüter wie Blaumeise, Gartenrotschwanz, Kohlmeise oder Kleiber wurden in den an der Aktion beteiligten Tischlereien als Bausätze hergestellt und samt Bauanleitung an Interessenten zum Zusammenbau abgegeben.

„Mit unserer Nistkastenaktion schlagen wir drei Fliegen mit einer Klappe“, berichtete Euskirchens Innungs-Obermeister Richard Schaefer bei der Übergabe der Spende. Mit der Aktion helfe man dem gefiederten Nachwuchs in der Region und wirke damit auch dem kontinuierlichen Sinken des Vogelbestandes entgegen. Zweitens unterstütze man soziale Zwecke und drittens helfe man gestressten Familien. „Denn die Arbeit mit Holz macht nicht nur Spaß, sondern sie ist auch eine willkommene Abwechslung in einer Zeit, in der vielen zuhause bereits die Decke auf den Kopf zu fallen droht“, so Düren-Jülichs Obermeister Hermann Josef Schwieren.

Übergaben eine Spende von fast 5000 Euro an den Hilfsgruppen-Vorsitzenden Willi Greuel. Von links: Georg Klinkenberg, Hermann Josef Schwieren, Willi Greuel, Nrbert Züll und Richard Schaefer. Foto: Reiner Züll

Übergaben eine Spende von fast 5000 Euro an den Hilfsgruppen-Vorsitzenden Willi Greuel (Mitte). Von links: Georg Klinkenberg, Hermann Josef Schwieren, Norbert Züll und Richard Schaefer. Foto: Reiner Züll

Ursprünglich, so Schwieren, sei die Aktion für die Dauer von vier Wochen geplant worden. Am Ende seien drei Monate draus geworden, weil die Nachfrage groß gewesen sei. Insgesamt hätten die Kollegen in den fünf Innungen 3300 Nistkasten-Bausätze hergestellt und gegen Spenden abgegeben.

Die Innung Aachen spendete den Erlös an ein Kinderhilfswerk, die Heinsberger Kollegen unterstützten die dortige Kinderkrebshilfe während die Innung Mönchengladbach/Rheydt rund 3000 Euro an den städtischen Kinderschutzbund spendete. Bei der Übergabe der 4847 Euro freute sich Willi Greuel, dass sich die Innungen Düren-Jülich und Euskirchen für die Hilfsgruppe Eifel als Spendenempfänger entschieden hätten. In den Zeiten rückläufiger Spenden könne man diese Unterstützung gerade jetzt gut gebrauchen.                            (Reiner Züll)

https://kinderkrebshilfe-eifel.de/